CoLab.KI Veranstaltungsreihe:
Künstliche Intelligenz in der Hochschullehre

Künstliche Intelligenz in der Hochschullehre steht im Mittelpunkt der länderübergreifenden Kooperation »KI-Weiterbildung und Vernetzung« (CoLab.KI). In bundweit konzertierten Veranstaltungen sowie der jährlichen Fachkonferenz „NeL AI-Week“ werden sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Anwendungsbeispiele vorgestellt. Von einem wertebasierten Umgang mit KI über fachspezifische Perspektiven bis hin zur Infrastruktur und rechtlichen Rahmenbedingungen – renommierte Referent*innen teilen ihr Wissen und stehen anschließend für einen lebendigen Austausch mit den Teilnehmenden zur Verfügung.
Die Veranstaltungen werden im Netzwerk Landeseinrichtung für digitale Hochschullehre (NeL) von Hochschulnetzwerk Digitalisierung der Lehre Baden-Württemberg (HND-BW), Multimedia Kontor Hamburg (MMKH), Virtueller Campus Rheinland-Pfalz (VCRP), Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) und ELAN e.v. in Kooperation mit der Stiftung Innovation in der Hochschullehre angeboten.
Veranstaltungen
Künstliche Intelligenz verändert die Lehre grundlegend. Doch welche Rolle spielen Werte bei dieser Transformation? Wie lassen sich Risiken durch technologische Abhängigkeiten, Bias oder Deep Fakes für Bildungsideale, Hochschulautonomie und Wissenschaftsfreiheit bewältigen? Welche Kompetenzen werden für eine ethische Reflexion wichtiger?
Die Online-Veranstaltung „Zwischen Bias, Blackbox und Bildungsidealen: Wertebasierte Gestaltung der KI- Transformation in der Hochschullehre“ widmet sich der normativen Dimension der KI-Integration in die Hochschullehre. Die Veranstaltung bildet den Auftakt einer Reihe zu Schwerpunktthemen im Einsatz von KI in der Hochschullehre, die das Netzwerk Landeseinrichtungen digitale Hochschullehre (NeL) in Kooperation mit der Stiftung Innovation in der Hochschullehre durchführt.
02.10.2026, 10:00 – 13:00 Uhr
online via Zoom
Auf dem Programm stehen KI-Notes zu unterschiedlichen Perspektiven auf normative Aspekte und ethische Implikationen der KI-Transformation für die Hochschullehre:
Die vier Kompetenzen der doppelten Resilienz: Wie demokratiebezogene Studienziele die KI-Transformation bewältigen helfen
Dr. Justus Henke, Institut für Hochschulforschung Universität Halle-Wittenberg
▶ Abstract anzeigen
Die Integration generativer KI in die Hochschullehre wird bislang vor allem als technisches und prüfungsrechtliches Problem verhandelt. Dabei berührt sie demokratische Kerngüter: das Verhältnis von Wissenschaft und Wahrheit, das Vertrauen in Institutionen und die Wissenschaftsfreiheit selbst. Der Vortrag entfaltet das Konzept der „doppelten Resilienz“: Die im Policy Paper „Hochschule in der ungesicherten Demokratie“ (Henke/Pasternack 2025) beschriebenen vier Basiskompetenzen — Urteilsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Umgang mit Uneindeutigkeit — stärken nicht nur demokratische Handlungsfähigkeit, sondern zugleich den souveränen Umgang mit KI. Denn KI wirkt als Katalysator derselben Erosionsrisiken, gegen die diese Kompetenzen gerichtet sind. Daraus folgt: Wer Curricula, Prüfungsformate und digitale Infrastrukturen konsequent an diesen vier Kompetenzen ausrichtet, adressiert beide Herausforderungen zugleich, und zwar ohne die Lehre zusätzlich zu befrachten.
Fünf minus in Geografie – Was KI-Systeme über die Welt nicht wissen, und warum das auch Hochschulen betrifft
Prof. Dr. Anna Kruspe, Hochschule München
▶ Abstract anzeigen
Große KI-Systeme wie ChatGPT wirken neutral und allwissend, sind es aber nicht. Sie lernen aus Daten, die bestimmte Sprachen, Kulturen und Perspektiven weit stärker abbilden als andere, mit spürbaren Folgen: von schiefen Antworten bei nicht-englischen Anfragen bis zu stereotypen Vorstellungen über Länder und Communities, die selten selbst zu Wort kommen. Dieser Vortrag zeigt anhand aktueller Forschung, wie solche Verzerrungen entstehen und wie man sie sichtbar machen kann, etwa am Beispiel von Musik- und Text-KI.
Im zweiten Teil geht es um die Frage, was das für Hochschulen bedeutet. Wenn Studierende zunehmend mit KI-Tools lernen, recherchieren und schreiben, prägen deren blinde Flecken auch das, was als „Wissen“ weitergegeben wird. Der Vortrag lädt dazu ein, KI-Kompetenz in der Lehre nicht nur als technische, sondern auch als kritische Fähigkeit zu verstehen und zu diskutieren, wie eine faire und reflektierte Nutzung von KI im Studium aussehen kann.
Vertrauen kalibrieren: Empirische Evidenz zu Über- und Untervertrauen in der Mensch-KI-Kollaboration
Prof. Dr. Matthias Uhl, Universität Hohenheim
▶ Abstract anzeigen
Das Potential einer Mensch-KI-Kollaboration entfaltet sich erst dann, wenn die jeweiligen Stärken beider Akteure komplementär genutzt werden. Voraussetzung hierfür ist ein angemessen kalibriertes Vertrauen. Der Vortrag stellt aktuelle empirische Ergebnisse vor, die eine differenzierte Vertrauenslandschaft aufzeigen: In der epistemischen Domäne, insbesondere bei der Bilderkennung, dominiert ein Untervertrauen, während in der moralischen Domäne ein signifikantes Übervertrauen in KI-Beratungen zu beobachten ist. Der Beitrag analysiert die Gründe für diese Divergenzen und diskutiert, wie diese Erkenntnisse genutzt werden können, um eine souveräne und evidenzbasierte Interaktion mit KI-Systemen sowie eine wertebasierte Gestaltung der Mensch-KI-Kollaboration zu fördern.
Skillflation und curriculare Perturbation: Implikationen der hochschulischen Resonanz auf KI- und Future Skills
Prof. Dr. Marco Kalz, Pädagogische Hochschule Heidelberg
▶ Abstract anzeigen
Hochschulen reagieren auf gesellschaftliche Transformationen zunehmend mit der Ausweisung neuer Kompetenzanforderungen. Insbesondere die rasche Verbreitung generativer KI hat eine neue Welle von KI-, Digital- und Future-Skills-Frameworks ausgelöst. Der Vortrag ordnet diese Entwicklung als „Skillflation“ ein: als inflationäre Ausweitung, Umbenennung und Akkumulation von Kompetenzkonstrukten, durch die komplexe technologische und gesellschaftliche Herausforderungen in individuelle Lernanforderungen übersetzt werden. Hochschulen erscheinen dabei zugleich als Adressaten, Verstärker und institutionelle Übersetzungsinstanzen dieser Entwicklung.
Mit dem Begriff der curricularen Perturbation wird eine alternative Perspektive auf diese Prozesse vorgeschlagen. Externe Kompetenzforderungen werden nicht linear in Studienprogramme übernommen, sondern irritieren bestehende curriculare Ordnungen und werden vor dem Hintergrund fachlicher Wissensbestände, institutioneller Routinen und akademischer Wertvorstellungen selektiv verarbeitet. Entscheidend ist daher nicht allein, welche neuen Skills ergänzt werden, sondern wie Hochschulen auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren: Welche Anforderungen werden aufgegriffen, wie werden sie curricular übersetzt und welche Bildungsziele geraten dabei möglicherweise aus dem Blick?
Der Vortrag diskutiert die Risiken additiver Kompetenzpolitiken, die Curricula überladen, kurzfristigen Anpassungsdruck erzeugen und Verantwortung für strukturelle Probleme auf Individuen verlagern. Als Gegenentwurf wird eine reflexive curriculare Praxis skizziert, die nicht jeder neuen Kompetenzforderung folgt, sondern deren normative Annahmen, fachliche Relevanz und institutionelle Folgen prüft. Hochschulische Bildung sollte demnach nicht primär auf die Akkumulation vermeintlich zukunftssicherer Skills zielen, sondern auf Urteilsfähigkeit, epistemische Reflexivität und die kollektive Gestaltung gesellschaftlicher und technologischer Transformation.
Im Anschluss an die KI-Notes folgt eine Paneldiskussion mit Publikumsbeteiligung. Im Fokus steht der Austausch über eine human-orientierte Entwicklung der Hochschullehre, die pädagogische Integrität und europäische Kooperation stärkt.
Die Veranstaltung wird im Netzwerk Landeseinrichtungen digitale Hochschullehre (NeL) von HND-BW, VCRP, elan, MMKH und vhb in Kooperation mit der Stiftung Innovation in der Hochschullehre angeboten. Alle Interessierten aus Hochschul- und Fakultätsleitungen, lehrunterstützenden Einrichtungen, Lehrende und Studierende sowie Politik und Gesellschaft sind herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Für eine Teilnahme ist eine ▶ Anmeldung erforderlich.
Der Einzug generativer Künstlicher Intelligenz (KI) in die Hochschullehre ist weit mehr als eine technologische Neuerung – er ist ein Katalysator für eine tiefgreifende Transformation akademischer Lehr- und Lernkulturen in den Fächern. Während die technologischen Werkzeuge oft universell einsetzbar scheinen, divergieren die Anforderungen an ihre methodische und inhaltliche Integration in die Lehre je nach wissenschaftlicher Disziplin fundamental. Der Wissenschaftsrat spricht sich in seinen aktuellen Empfehlungen für eine Stärkung der Fachwissenschaften als zentrale Voraussetzung für „Intellektuelle Souveränität“ aus. Denn Fachkompetenzen werden in Zeiten generativer KI keineswegs obsolet – im Gegenteil: Der Aufbau tiefer fachlicher Expertise ist die unabdingbare Voraussetzung für kritisches Denken und methodische Handlungsfähigkeit.
Die Online-Veranstaltung „Intellektuelle Souveränität in der fachwissenschaftlichen Lehre“ rückt die Fachdisziplinen in den Mittelpunkt. In KI-Notes von Mitwirkenden der WR-Arbeitsgruppe und Praxisimpulsen wird diskutiert, welche zentrale Rolle die Fächer für die Befähigung Studierender und Lehrender zum verantwortungsvollen Umgang mit generativer KI einnehmen. Dabei werden die spezifischen Anforderungen und Bedarfe der einzelnen Disziplinen eruiert sowie die Frage diskutiert, wie sich im Zuge der KI-Transformation die Bedeutung von Fachkompetenzen, Fachkulturen sowie Rollen- und Beziehungen von Lehrenden und Lernenden in den Fächern wandeln.
20.10.2026, 10:00 – 13:00 Uhr
online via Zoom
KI-Kompetenz:fachlich oder überfachlich
Prof. Dr. Niels Pinkwart, Humboldt-Universität zu Berlin
▶ Abstract anzeigen
KI-Kompetenzen gelten zunehmend als Schlüsselkompetenz akademischer Bildung – doch sind sie überfachlich zu vermitteln oder fachlich-curricular zu verankern? Die Keynote öffnet dieses Spannungsfeld in Verbindung mit aktuellen Empfehlungen des Wissenschaftsrats, KI-Leitlinien verschiedener Hochschulen sowie verschiedener KI-Kompetenzmodelle. Im Zentrum steht die Frage, wo allgemeine KI-Mündigkeit endet und wo disziplinäre, methodische und professionelle Handlungsfähigkeit beginnt. Dazu wird eine Demarkationslinie zwischen überfachlichen Basiskompetenzen und fachbezogenen curricular integrierten KI-Kompetenzen entwickelt. In einem Plädoyer für eine curriculare Strategie, die intellektuelle Souveränität, fachliche Tiefe und verantwortliche Gestaltung von KI zusammendenkt, werden an Hand von Beispielen aus der Hochschullehre – u.a. aus dem Lehramt sowie den Fächern Mathematik und Informatik – Fragen hinsichtlich des fachspezifischen und überfachlichen Einsatzes von KI sowohl als Bildungsinhalt als auch als Werkzeug zur Lernunterstützung diskutiert.
Veränderungen im akademischen Beziehungsgefüge sowie der Wandel von Fachwissen und Wissenskulturen verschiedener Disziplinen im Kontext der KI-Transformation
Prof. Dr. Gabi Reinmann, Universität Hamburg
▶ Abstract anzeigen
Details folgen in Kürze.
Impulse aus der Lehrpraxis
▶ Details anzeigen
Dr. Ivan Balykin (Universität Mannheim)
From Prompt to Play: Designing an AI-Supported Historical Simulation for Critical Thinking in the Humanities – A practice-based case combining game design, AI literacy, and disciplinary learning in history education
Prof. Dr. Ronny Standtke (Berner Fachhochschule)
Ganzheitliche KI-Integrationsstrategie für Ingenieursstudiengänge
Im Anschluss an die KI-Notes folgt eine Paneldiskussion mit Publikumsbeteiligung. Im Fokus steht der Austausch über eine human-orientierte Entwicklung der Hochschullehre, die pädagogische Integrität und europäische Kooperation stärkt.
Die Veranstaltung wird im Netzwerk Landeseinrichtungen digitale Hochschullehre (NeL) von HND-BW, VCRP, elan, MMKH und vhb in Kooperation mit der Stiftung Innovation in der Hochschullehre angeboten. Alle Interessierten aus Hochschul- und Fakultätsleitungen, lehrunterstützenden Einrichtungen, Lehrende und Studierende sowie Politik und Gesellschaft sind herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Für eine Teilnahme ist eine ▶ Anmeldung erforderlich.
Details folgen in Kürze.
Künstliche Intelligenz (KI) ist im Hochschulalltag mittlerweile allgegenwärtig. Die Einbindung von KI bringt jedoch nach wie vor erhebliche Herausforderungen für alle Beteiligten mit sich. Besonders die Hochschullehre und die Lehrenden stehen vor vielfältigen Veränderungsprozessen. Davon betroffen sind sowohl die Gestaltung von Curricula als auch die Entwicklung passender didaktischer Konzepte für Lehre und Prüfungen. Gleichzeitig werden das bisherige Rollenverständnis und das Verhältnis von Lehrenden und Lernenden durch neue Wege der Wissensaneignung hinterfragt.
Mit der ▶ „NeL AI-Week 2026“ möchte das Netzwerk Landeseinrichtungen für digitale Hochschullehre (NeL) einen anwendungsorientierten Blick auf die Herausforderungen und Potenziale des KI-Einsatzes in der Hochschullehre werfen. Fachvorträge und Praxisimpulse von Lehrenden und Studierenden stellen Erkenntnisse aus der Forschung und Good Practices aus Hochschulen in ganz Deutschland vor.
Am Eröffnungstag, Montag, 23. November 2026, stehen thematische Einführungen, u.a. von Prof. Dr. Philipp Kellmeyer (Universität Mannheim) und Prof. Dr. Hans Pongratz (TU Dortmund/SfH), auf dem Programm, die zu Responsible AI sowie zu KI-Agenten in der Lehre sprechen werden. Nach den Einführungsvorträgen folgt die Vorstellung von Praxisbeiträgen zur curricularen Integration von KI-Kompetenzen, zum methodischen Einsatz von KI-Anwendungen in der Lehre sowie zum studentischen Umgang mit KI. Mit dem Fokus auf Praxiserfahrungen wird das Programm der NeL AI-Week am Dienstag, 24.11. und Donnerstag, 26.11. fortgesetzt. Im Anschluss an jeweils 45-minütige Vortragsblöcke mit je drei Praxisbeiträgen besteht in parallelen Breakoutsessions die Möglichkeit, zu diesen Praxisbeiträgen vertiefende Fragestellungen einzubringen und mit den Referent*innen zu diskutieren. Am Mittwoch, 25.11. wird in einer gemeinsamen Online-Veranstaltung (10:00–12:30 Uhr) ein besonderer thematischer Schwerpunkt auf „Souveräne KI-Infrastrukturen“ gesetzt.
Wir freuen uns auf eine rege und aktive Beteiligung und wünschen einen interessanten Erfahrungsaustausch im Rahmen der NeL AI-Week, die in Kooperation des NeL mit der Stiftung Innovation in der Hochschullehre durchgeführt wird. Im Rahmen dieser Partnerschaft wird bundesweit ein vielfältiges Angebot an KI-bezogenen Qualifizierungs- und Unterstützungsmaßnahmen für Hochschulangehörige auf allen Ebenen zugänglich gemacht.
Das Programm der NeL AI-Week 2026 wird im Laufe des Septembers veröffentlicht. Die ▶ Anmeldung für die NeL-Week 2026 ist ab sofort auf dieser Seite möglich.
Die Veranstaltungsreihe wird im Netzwerk Landeseinrichtungen für digitale Hochschullehre (NeL) in Kooperation mit der Stiftung Innovation in der Hochschullehre angeboten.
Ansprechperson
________________________________
Veranstaltung
________________________________
Hier finden Sie die ▶ Übersicht aller Veranstaltungen im Rahmen der CoLab.KI Veranstaltungsreihe: Künstliche Intelligenz in der Hochschullehre.









